Kapellengemeinschaft Hilderath/Baum

von 1844

Im Jahre 1844 machte sich eine Handvoll Männer an die Arbeit, um in Hilderath eine Kapelle zu errichten. Ihre Arbeit sollte sich lohnen, denn die Kapelle steht nach 150 Jahren immer noch.

Was war das für eine Zeit, in der unsere Kapelle gebaut wurde? Es war die Zeit, als in Russland Zar Nikolai I. regierte und Frankreich bereits mehrere Revolutionen hinter sich gebracht hatte. 1848 sprang von Frankreich der Funke der Revolution nach Deutschland, wo sie neben der politischen Freiheit auch das Ziel der nationalen Ein­heit hatte. Friedrich Wilhelm IV. von Preußen wurde am 28. März 1849 zum Deut­schen Kaiser gewählt (welcher aber die Kaiserkrone ausschlug) und Otto von Bis­marck am 23.9.1862 zum preußischen Ministerpräsidenten ernannt. Zu diesem Zeit­punkt war unsere Kapelle schon 18 Jahre alt - wie die Zeit vergeht.

Und In Mönchengladbach begann 1850 die Mechanisierung der Baumwollweberei, wodurch die Handwebstühle (1827 stand die erste Dampfmaschine in Rheydt und 1833 in Mönchengladbach) nach und nach verdrängt wurden.

Wer und was die Menschen waren und was sie zur damaligen Zeit bewogen hatte, in Hilderath eine Kapelle zu errichten, das entzieht sich unserer Kenntnis. Über 150 Jahre sind ein langer Zeitraum und gäbe es nicht Mitmenschen, die hier und da etwas über Hilderath/Baum notiert und fotografiert hätten, so bliebe an dieser Stelle sogar sehr wenig über die jüngere Vergangenheit zu berichten.

Aus der Vergangenheit

*HilderathIBaum

Das Gebiet des linken Niederrheins war in den ersten Jahrhunderten n. Chr. nur dünn besiedet. Eine frühe Namensbezeichnung unserer Gegend war Mülgau. Mül oder Mel ist eine uralte Bezeichnung für Wasser. Es gab viele Wasserläufe, Bruche und Sümpfe, welche die Hundert oder Honschaften (auch Zent, Zenderei genannt) auf höher gelegenen Stellen und die Donken in den Niederungen voneinander trennten.

Der Name Hundertschaft bezieht sich darauf, dass in dem entsprechenden Gebiet 100 waffenfähige Männer wohnten. Der Name Hilderath taucht nur selten in der entspre­chenden Heimatliteratur auf, zudem sind die verschiedenen Veröffentlichungen teil­weise umstritten.

1240 ist ein Johannes von Hildegarderode erwähnt. Rode ist die Bezeichnung für Ro­dungen, also ein Ort, der nach einer Rodung entstanden ist. Diese Endung wurde später meist zu „Rath“ verhochdeutscht. Hilderath war nach Recherchen der Autoren Mennen und Walter ein Lehnshof des großen Besitzes der Herren von Wickrath.  

Zu Baum ist in der erwähnten Literatur das Folgende zu lesen: „Baum: 1750 am Baum".

*Rheindahlen

Rheindahlen, früher Dahlen bzw. Dalen, war bereits zu Beginn der letzten Eiszeit be­siedelt, wie Funde von Faustkeilen an der Westwand der Ziegelei Dreesen belegen. Das Gemeinwesen "Dahlen" wurde wahrscheinlich um ca.800 n. Christus gegründet. Um 1354 erhielt Dahlen vom Jülicher Markgrafen Wilhelm I. die Stadtrechte verliehen (Gladbach um 1350). Städte zeichneten sich zur damaligen Zeit nicht durch beson­ders große Einwohnerzahlen aus. Dahlen erhielt die Stadtrechte, weil der Jülicher Markgraf die Dahlener Bevölkerung gut leiden konnte und weil sie in der Vergangen­heit viel Leid erdulden musste: Die Dahlener hatten jahrelang unter den Raubrittern von Gripekoven gelitten. Ganz uneigennützig war die Verleihung der Stadtrechte al­lerdings auch nicht, der Markgraf sparte als Landesherr nunmehr Geld für die Vertei­digung, da die Stadt Dahlen konnte, was dem Dorf nicht gestattet war, nämlich eigene Steuern und Zölle erheben und mit diesem Geld Verteidigungsanlagen gegen die Raubritter anlegen bzw. ausbauen. Die wechselvolle, oft kriegerische Geschichte schonte auch die Stadt Dahlen nicht. 1568 wurde sie von den Spaniern belagert und verwüstet. Der 30jahrige Krieg hinterließ ebenfalls seine Spuren und auch die Pest gab ein Gastspiel in der Stadt. das größte Unglück widerfuhr Dahlen 1647, als eine Feuersbrunst die Stadt in Schutt und Asche legte. Im Jahr 1815 kamen dann die Preußen. Dahlen kam, wie das Herzogtum Jülich, unter die Hoheit der Potsdamer Könige. Damals herrschte arge Finanznot in Dahlen, die Kriege des vergangenen Jahrhunderts hatten Schulden hinterlassen und das neue Jahrhundert verlangte In­vestitionen (Schulen und Straßen mussten gebaut werden). Die Dahlener gingen die Sache zäh an und schafften es. nicht nur die Schulden zu tilgen sondern auch Indu­strie anzusiedeln. Mit dem beginnenden Wohlstand wuchs auch die Bevölkerung. 1878 musste Dahlen seinen Namen andern, ein Tribut an die Post. Um Verwechslun­gen mit anderen Orten gleichen Namens zu vermeiden, wurde das Dahlen in der Rheinprovinz in Rheindahlen umbenannt. 1921 wurde die nächste Umbenennung fällig, als Rheindahlen zu Mönchengladbach kam, da hieß es Mönchengladbach­Rheindahlen.

(Quellen: Hier leben wir -Rheindahlen -Manfred Drehsen/K-H. Jansen - DuMont Kunst-Reiseführer / Der Niederrhein- Willehard Paul Eckert)